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An der BRUcHKANTE - Imker in Mecklenburg

Dokumentarfilm | Deutschland 2019 | Regie: Anne Andersen | Protagonisten: Armin Petras, Anja Schneider, Ute Kämpfer, Marlene Eiberger, Christoph Götz, Amos Detscher, Mervan Ürkmez, Britta Stützer, Adam Pultz Melbye | 129 Minuten

Vor Filmbeginn gibt es eine kurze Einführung von der Filmemacherin Anne Andersen.

„Der Film ist ein sensibles künstlerisches Essay, das am Beispiel der Imkerei grundsätzliche Fragen nach dem Woher und Wohin der Landwirtschaft und dem Leben auf dem Land stellt.“
SVZ vom 16.07.2019


Im 20. Jahrhundert wurde auf dem mecklenburgischen Land mehrfach das Unterste zuoberst gekehrt. Die Honigbienen lassen sich von diesen Veränderungen nicht beirren, jährlich fliegen sie aus und suchen die Tracht. Dennoch ist die Imkerei, dieses subsistenz-wirtschaftliche Kernhandwerk, gefährdet, sie leidet unter den Veränderungen in der Umwelt und erstickt in der ökonomischen Gewalt des Marktes.

Ausgehend vom prekären Arbeitsalltag der Imker in der Region begibt sich die Filmemacherin auf die Suche nach einer bäuerlichen Wissenskultur, die trotz einiger Vorzeige-Projekte immer randständiger wird.

Zwei Imker-Meister im Film: „Du willst ja auch Geld verdienen und dich in deinem Lebensstandard vergleichen mit anderen Menschen, die irgendwas machen; wenn man das aber nicht erreicht auf die Art und Weise - entweder man findet sich damit ab…“
„Oder man ist Optimist und sagt: das wird noch…“
„Oder man lässt es!“

Ist das Überleben der Insekten isoliert vom Überleben der Menschen zu begreifen? Können wir auf die Stimmen der „Praktiker“ in öffentlichen Diskurs verzichten?

Nach dem Krieg zur Zeit der Bodenreform Ende 1945 gab es in der Region um Ludwigslust mehr Flüchtlinge (im DDR-Jargon:„Umsiedler“ ) als Einheimische; die meisten aus einer bäuerlichen Tradition stammend, wo Imkerei und Landwirtschaft eng zusammen gehörten.

Teil des Films ist eine szenische Annäherung an Heiner Müllers „Die Umsiedlerin“ - in der Regie von Armin Petras in Ludwigslust mit namhaften Theaterleuten geprobt, - mit Imkern und Landwirtinnen als Fachpublikum.
In dem Stück wird auf zugespitzte Weise deutlich, welche „Gemenge-Lage“ es nach dem Krieg bei der Neuordnung der Landwirtschaft in Mecklenburg gab - es wird die Aufbruchstimmung spürbar, die mit der Bodenreform („Junkerland in Bauernhand“) einherging; aber auch, dass gut gemeinte Maßnahmen misslingen, wenn sie nicht in genauer Tuchfühlung mit den Verhältnissen vor Ort stehen.

Kann die Kunst unsere "blinden Flecken“ spürbar machen?

"Wenn wir als Bienen die Menschen beobachten würden, wie groß wäre unser Erstaunen, wie unlogisch und ungerecht zum Beispiel die Organisation der Arbeit bei diesen Lebewesen ist, die im übrigen mit einem außerordentlichen Verstand ausgestattet zu sein scheinen."
Maurice Maeterlinck

> „Imker und Bienen kommunizieren“ - Interview mit der Filmemacherin Anne Andersen auf taz.de

Nächste Vorstellung im KINO UNTERM DACH:

6. Juni 2024    17:15 Uhr